Häufige Fragen

Brustpflege

Im Verlaufe der Schwangerschaft entwickelt und vergrössert sich das Drüsengewebe der Brust und verdrängt  Fettgewebe. Viele Frauen bemerken, dass die Brust wächst.. Auch der Brustwarzenhof wird grösser und dunkler. Die Brustwarzen sind oft berührungsempfindlicher. Im Bereich des Brustwarzenhofes liegen die sogenannten Montgomerydrüsen. Diese sondern ein Sekret ab, welches die Haut pflegt und geschmeidig hält. Dieses Sekret riecht ähnlich wie das Fruchtwasser, das Baby findet nach der Geburt durch diesen vertrauten Geruch den Weg zur Brust.

 Folgendes können Sie in der Schwangerschaft tun:

  • Waschen Sie Brust, Brustwarzenhof und Brustwarze mit klarem Wasser und pH-neutraler und unparfümierter Seife oder Waschlotion im Rahmen der täglichen Körperpflege.
  • Sie können zur Vorbeugung von Dehnungsstreifen die Brust sanft, zum Beispiel mit Mandelöl, massieren. Dabei sollten Sie den Brustwarzenhof und die Brustwarze aussparen.
  • Keinen BH tragen – Luft- und Sonneneinwirkung an den Brüsten, sowie die Reibung der Kleidung, sind natürliche Methoden, die Haut widerstandsfähiger zu machen. Ein BH ist kein Muss, er dient Ihrem Wohlbefinden.
  • Eine spezielle Vorbereitung zur „Abhärtung“ von Brustwarzen wird nicht empfohlen.

Während der Stillzeit pflegen Sie die Brust weiter so wie in der Schwangerschaft. Zusätzlich können Sie nun Brustwarzenhof und Brustwarze mit Muttermilch pflegen.

  • Drücken Sie nach dem Stillen einige Tropfen Muttermilch aus und lassen Sie sie auf Brustwarzenhof und Brustwarze trocknen.
  • Stilleinlagen sind kein Muss – jedoch wenn Milch ausläuft verhindern sie ein Feuchtwerden Ihrer Kleidung.
  • Ein BH dient ihrem Wohlbefinden, ist aber kein Muss.
  • Waschen Sie einmal täglich ihren Brustwarzenhof und die Brustwarze mit einer pH-neutralen und unparfümierten Seife. Dies vermindert das Ansiedeln von Bakterien.
  • Bei verletzten, schmerzenden Brustwarzen lesen Sie das entsprechende Kapitel.
Ernährung in der Stillzeit

Schon während der Schwangerschaft ernährt sich Ihr Baby mit und schmeckt was Sie essen und trinken. Es konsumiert Fruchtwasser und erhält eine Prägung der Nahrungsmittel, die Sie essen. Es lernt verschiedene Geschmäcker kennen und entwickelt Vorlieben. Über die Muttermilch erkennt es diese Nahrungsmittel wieder. Ob Nahrungsmittel Blähungen beim Baby auslösen, hängt auch von diesen Prägungen ab. In der Regel verträgt das Baby die Nahrungsmittel, die Sie regelmässig essen. Es gibt keine „Ess- und Trinkverbote“ um Blähungen vorzubeugen. Sie sollten all das in der Stillzeit essen, was Sie schon gerne in der Schwangerschaft verzehrt haben und was Ihnen gut tut. Die Ernährung sollte möglichst ausgewogen sein. In verschiedenen Kulturen wird auch von Nahrungsmitteln gesprochen, welche die Milchproduktion positiv oder negativ beeinflussen. Bei uns sagt man zum Beispiel, dass Spargel und grosse Mengen Petersilie, sowie Salbeitee und Pfefferminztee die Milchproduktion hemmen. Kaffee und Schwarztee sind ebenfalls erlaubt. Würde das Baby mit Nervosität reagieren, können Sie die Menge immer noch reduzieren.

Wenn Sie oder Ihr Partner an Nahrungsmittelallergien leiden, macht es eventuell Sinn, gezielt allergene Nahrungsmittel in Ihrer Ernährung zu meiden. Wenden Sie sich diesbezüglich an eine Ernährungsberatung und sprechen Sie dies mit Ihrem Allergologen ab. Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind auf gewisse Nahrungsmittel reagiert? Dann melden Sie sich bei Ihrer Stillberaterin.

Wichtig ist auch genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Richten Sie sich Getränke für den Tag und trinken Sie zu jeder Stillmahlzeit mindestens eine Tasse oder ein Glas voll.

Broschüre des BAG

Stillpositionen

Beim Anlegen sind Sie und Ihr Baby aktiv beteiligt. Sie unterstützen Ihr Kind, indem Sie es zur Brust bringen und so positionieren, dass das Baby die Brust korrekt fassen kann. Es gibt eine Vielzahl von Stillpositionen. Egal welche Sie wählen, wichtig ist, dass es für Sie und das Baby bequem ist. Das Baby soll einen Mundvoll Brustgewebe erfassen können. Ein Wechsel der Stillpositionen während des Tages beugt wunden Brustwarzen und einem Milchstau vor. Einige Regeln sollten Sie beim Anlegen beachten:

  • Richten Sie Ihr Umfeld ein (Telefon, Kissen zum Unterstützen, ein Getränk)
  • Positionieren  Sie  sich  bequem.  Wenn  Sie  sitzen,  sollten  Ihre  Füsse Bodenkontakt haben.
  • Bringen Sie das Baby zur Brust – nicht umgekehrt.
  • Unterstützen Sie den Körper des Babys. Drehen Sie ihr Baby zu sich (Bauch zu Bauch). Ohr, Schulter und Hüfte des Kindes bilden eine Linie.
  • Positionieren Sie Ihr Baby so, dass die Brustwarze gegenüber der Nase liegt. So kann das Baby mit dem Kopf etwas zurückgehen und erfasst mehr vom Warzenhof  der  im  Unterkieferbereich  liegt.  Die  Zunge  kann  so  besser arbeiten.
  • Unterstützen Sie die Brust, um dem Baby das Erfassen der Brustwarze zu erleichtern
  • Achten Sie darauf,  dass das Baby durch die Nasenflügel ohne Probleme atmen kann. Ziehen Sie den Po des Kindes etwas näher an Ihren Körper, sollte die Nase zu nahe in der Brust sein.

Lassen Sie sich von einer Fachkraft bei den ersten Versuchen unterstützen.

Stillen im Sitzen: Wiegeposition, Modifizierte Wiegeposition, Rückenhaltung, Hoppe Reiter-Sitz

Stillen im Liegen: seitlich liegend stillen, auf dem Rücken liegend stillen, Rückenhaltung im Bett halb liegend, über der Schulter liegend stillen

Wo bekomme ich Rat und Hilfe?

Still- Und Laktationsberaterinnen (IBCLC) unterstützen und beraten Sie in allen Fragen rund ums Stillen. Sie helfen Ihnen Stillschwierigkeiten zu überwinden. Sie können auch schon in der Schwangerschaft Kontakt zu einer Stillberaterin in Ihrer Nähe aufnehmen.Hier finden Sie eine Ansprechperson in Ihrer Nähe.

Wenn Sie spezielle Fragen haben, können Sie auch über die Geschäftsstelle Kontakt mit uns aufnehmen. Wir vermitteln Ihnen dann eine entsprechende Fachperson.

Schmerzende Brustwarzen

Viele Frauen klagen in den ersten Tagen über schmerzende Brustwarzen und vor allem einen Ansaugschmerz. Die meisten Schmerzen verursacht das Baby dadurch, dass es nicht korrekt saugt oder nicht gut positioniert ist, so dass es die Brust nicht korrekt erfassen kann. Am Beginn der Mahlzeit, bis die Milch fliesst, kann das Saugen des Babys ebenfalls zu einem leichten Schmerz führen. Dieser Ansaugschmerz am Anfang klingt in den ersten Wochen ab. Ein Dauerschmerz während der ganzen Stillmahlzeit weist darauf hin, dass das Saugen und die Stillposition überprüft werden sollten.

  • Lassen Sie sich beim Anlegen durch eine Fachperson unterstützen
  • Wechseln Sie mehrmals am Tag die Anlegeposition, dies beugt wunden Brustwarzen vor.
  • Lassen Sie sich eine Massage für Brustwarzenhof und Brustwarze zeigen, die Sie vor dem Stillen ausführen können, damit das Baby die Brustwarze besser fassen kann.
  • Lassen Sie sich eine Brustmassage zeigen, die Sie ebenfalls vor dem Stillen anwenden können.
  • Nach dem Stillen können Sie etwas Muttermilch ausstreichen und diese auf der Brustwarze verteilen und antrocknen lassen.
  • Waschen Sie einmal täglich die Brustwarzen mit Wasser oder pH-neutraler, unparfümierter Seife ab
  • Luft und kurzes Sonnenbad fördert die Abheilung von kleinen Verletzungen.
  • Sind die Brustwarzen stärker verletzt, sollten Sie eine Fachkraft zuziehen, die Ihnen gezielte Massnahmen zur Abheilung empfiehlt.
  • Falls Sie schmerzende, verletzte Brustwarzen nach Ihrem Spitalaufenthalt bekommen, ist es empfehlenswert Kontakt zu einer Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) aufzunehmen.
Stillen bei Grippeerkrankung

Muttermilch bzw. das Stillen tragen in entscheidender Weise dazu bei, das noch unreife Immunsystem des Kindes zu unterstützen. Diese schützende Wirkung ist selbst in industrialisierten Ländern von Bedeutung. Stillende Mütter hingegen sind nicht vor Krankheiten gefeit und unterscheiden sich diesbezüglich nicht von nicht stillenden Frauen.  

Erkrankt eine Mutter, wird leider immer noch häufig vorsichtshalber zum Abstillen oder einer Stillpause geraten. Dieser Rat ist jedoch in vielen Fällen kritisch zu betrachten, weil tatsächlich nur sehr wenige Erkrankungen ein Abstillen erfordern. Wird aus Angst vor einer Übertragung der Krankheit vom Stillen abgeraten, wird das Kind durch die Trennung von der Mutter zusätzlichem Stress ausgesetzt und es werden ihm auch die antiinfektiösen Inhaltsstoffe der Muttermilch vorenthalten, die dazu beitragen können, dass es von einer Infektion verschont bleibt oder zumindest der Verlauf der Erkrankung abgemildert wird.

Lawrence und Lawrence schreiben in ihrem Buch „Breastfeeding. A guide for the medical profession“ dazu: In den meisten Fällen war der Säugling der Infektion bereits durch den Kontakt mit der Mutter vor dem Ausbruch der Erkrankung ausgesetzt und eine Unterbrechung des Stillens zu einem Zeitpunkt, zu dem das Stillen dem Kind Antikörper und andere entzündungshemmende und immunmodulierende Substanzen liefert, ist kontraproduktiv.“

In Bezug auf die Grippe können folgende Empfehlungen gemacht werden:

  • Häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife sowohl bei den Erwachsenen, als auch beim Säugling, vor allem nachdem Kinder ihre Hände in den Mund genommen haben
  • Säuglinge und Mütter sollten so engen Kontakt zueinander halten wie möglich. Früher und häufiger Haut-zu-Haut- Kontakt zwischen Mutter und Säugling sollte gefördert werden.
  • Die gemeinsame Verwendung von Spielzeug und anderen Gegenständen, die der Säugling in den Mund nimmt, sollte eingeschränkt werden. Alles was mit dem Mund des Säuglings in Kontakt kommt, sollte gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden.
  • Schnuller (inkl. Schnullerring) und andere Gegenstände sollten nicht von Erwachsenen oder anderen Kindern in den Mund gesteckt werden, ehe der Säugling sie erhält.
  • Auf gutes Hygieneverhalten beim Husten und Niesen achten. Gegebenenfalls Mundschutz verwenden.
  • Die Gabe von antiviralen Medikamenten (Tamiflu) sollte nicht aus rein prophylaktischen Gründen erfolgen. Ein Weiterstillen bei notwendiger Gabe von Tamiflu scheint aber im Allgemeinen akzeptabel. (Embyonaltoxikologie Berlin)


Wenn eine stillende Frau das Gefühl hat an Grippe erkrankt zu sein, ist ausserdem wichtig, gut zu kontrollieren, ob die Brüste keine Rötungen, Verhärtungen oder schmerzende Stellen aufweisen. Bei einem Milchstau oder einer Brustentzündung treten nämlich ebenfalls Grippesymptome auf.

Zusammengestellt von Regula Arnitz-Bernhard, IBCLC
08.06.2010

In die Ferien mit einem Baby

Vielleicht wollen Sie auch als Familie mit einem kleinen Baby nicht auf den wohlverdienten Urlaub verzichten und gehen auf eine Reise. Dies ist sehr gut möglich, wenn man einige Dinge beachtet.
Wenn sie mit dem Auto reisen, ist es wichtig, dass sie regelmässige Pausen einplanen. Vielleicht möchte das Baby einmal kurz aus dem Autositz genommen werden, ein etwas älteres Kind sich kurz bewegen. Auch müssen Pausen eingeplant werden, um das Kind zu füttern. Wenn sie noch stillen, geht das besonders praktisch, weil die Nahrung jederzeit verfügbar ist.
Reisen Sie mit dem Flugzeug, sollte daran gedacht werden, für den Start und die Landung, etwas zu Trinken fürs Baby mitzunehmen. Durch das Schlucken kann das Kind den Druckausgleich in den Ohren machen.
Der Tagesablauf der Babys ist in den Ferien, an einem fremden Ort oft etwas verändert. Ist es sehr heiss, haben die Kinder auch mehr Durst. Ein Stillkind verlangt dann häufiger angelegt zu werden. In diesem Fall sollte auch die Mutter daran denken, ausreichend zu trinken.
Wenn Sie ins Ausland verreisen, nehmen Sie am besten alle Nahrung für ihr Baby von zu Hause mit. So sind Sie sicher, dass ihr Kind das Essen gut verträgt und Sie müssen sich nicht in einer fremden Sprache kundig machen über die Zubereitungsart.
Eventuell macht es auch Sinn, sich vorgängig über mögliche Anlaufstellen zu informieren, sollte es Probleme im Ferienland geben. Stillberaterinnen IBCLC oder der La Leche Liga finden Sie auf der ganzen Welt. Informationen dazu können sie dem Internet entnehmen. www.stillen.ch oder www.lalecheliga.ch
Regula Arnitz-Bernhard, Stillberaterin IBCLC, Vorstand BSS (Berufsverband Schweizerischer Stillberaterinnen)

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