Stellungnahme des Berufsverbandes Schweizerischer Still- und Laktationsberaterinnen

Stellungnahme des Berufsverbandes Schweizerischer Still- und Laktationsberaterinnen zum Artikel der Schweizer Familie vom Mai 2019:

«Man muss Nutzen und Risiken abwägen»

Der Berufsverband Schweizerischer Still- und Laktationsberaterinnen hat den Artikel interessiert und aufmerksam gelesen. Er teilt die fachlichen Aussagen von Frau von Mandach vollumfänglich. Sie weist eine hohe Fachkompetenz zum Thema Medikamente in Schwangerschaft und Stillzeit auf.

Wie Ursula von Mandach in ihrem Artikel schreibt sind Schwangere und Stillende manchmal auf Arzneimittel angewiesen.

Weltweit ist man sich einig, dass Stillen sehr wichtig ist. Dies zeigt auch die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO). Diese empfiehlt, Babys sechs Monate lang ausschliesslich und auch nach Einführung der Beikost bis zum Alter von zwei Jahren und länger zu stillen.

Muttermilch ist weit mehr als Nahrung, sie fördert die Gesundheit von Mutter und Baby. Das Stillen unterstützt die Bildung einer innigen Bindung zwischen Mutter und Baby.

Muss eine Mutter während der Stillzeit Medikamente einnehmen, ist sie oft verunsichert und in grosser Sorge. Sie hat Angst durch das Stillen dem Baby zu schaden. Diese Mütter fühlen sich oft allein gelassen mit der Frage ob sie weiterstillen dürfen. Wir empfehlen daher Müttern, ihren Arzt, Anästhesisten oder Zahnarzt vor der Verordnung eines Medikamentes über ihren Stillwunsch zu informieren. Eine medikamentöse Therapie während der Stillzeit erfordert nur selten eine Stillpause oder sogar ein Abstillen. Fast immer gibt es stillverträgliche Medikamente, bei denen ohne Schädigung des Babys weitergestillt werden kann.

Die Aufgabe einer Still- und Laktationsberaterin ist es, die Eltern auf das Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie und Pharmakovigilanz aufmerksam zu machen (www.embryotox.de) Ein öffentliches gefördertes, unabhängiges Institut, das inzwischen seit über 20 Jahren Eltern und im Gesundheitswesen tätige Personen sehr fundiert unabhängige Informationen zur Verträglichkeit von Medikamenten in Schwangerschaft und Stillzeit bietet. Die Mutter soll ihren behandelten Arzt bitten, Informationen bei Embryotox einzuholen.

Demgegenüber sind Informationen auf dem Beipackzettel oder in der roten Liste (deutsches Arzneimittelverzeichnis), auf die sich die behandelten Ärzte berufen, sind zu allgemein gehalten und bieten wenig praktische Entscheidungshilfe. Demzufolge wird leider oft auch von Ärzten vorschnell und ohne Not zu einer Stillpause oder gar zum Abstillen geraten.

Eine Frau, die während einer Schwangerschaft oder Stillzeit Medikamente einnehmen muss, ist emotional stark belastet. Aus Sorge um das Wohl ihres Babys verzichten viele Mütter unnötigerweise auf das Stillen oder verzichten auf eine angemessene Medikation. Jedes Medikament, das eingenommen wird, birgt diesen inneren Konflikt. In einer Beratung ist es deshalb sehr wichtig, fachlich korrekte Informationen über die Einnahme von Arzneimitteln zu vermitteln wie es Frau von Mandach erläutert hat, und gleichzeitig auch Lösungen zu finden, wie ohne schädliche Wirkung weiterhin gestillt werden kann.

Vorstand BSS

Artikel Schweizer Familie Mai 2019 - Seiten 66/67 und Seiten 68/69

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