Wissenswertes

Empfehlung der Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie

Eine ausgewogene Ernährung ist eine wichtige Grundlage für die gesunde Entwicklung des Kindes bis ins Erwachsenenalter. Um Eltern bei Fragen rund um die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern zu unterstützen, hat das BLV in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachorganisationen die offiziellen Schweizer Empfehlungen zur Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern erarbeitet und Anfang Juni 2017 als Broschüre veröffentlicht.
 
Die Inhalte basieren auf dem Bericht der Eidgenössischen Ernährungskommission « Ernährung in den ersten 1000 Lebenstagen – von pränatal bis zum 3. Geburtstag » (2015) und den Empfehlungen der Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie (2017).
 
Die Broschüre beinhaltet folgende Themen:
•    Ernährung im 1. Lebensjahr: Stillen, Ernährung mit der Babyflasche, Beikost;
•    Ernährung im 2. und 3. Lebensjahr: Essverhalten, Lebensmittelempfehlungen, Haupt- und Zwischenmahlzeiten;
•    Nährstoff-Supplemente;
•    Allergieprävention;
•    Bewegung.
 
Als Ergänzung zu dieser Broschüre werden ab Sommer weitere spannende und informative Themen zur Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern auf der Webseite www.blv.admin.ch verfügbar sein.
            
Die Broschüre kann gratis in gedruckter Form beim Bund bestellt oder als PDF heruntergeladen werden. Sie ist in Deutsch, Französisch und Italienisch erhältlich. Eine Kurzversion in diversen Sprachen ist in Planung.                

Merkblatt Sonnenschutz für Mütter in der Stillzeit

Soll die Mutter in der Stillzeit Sonnenschutzmittel anwenden? Und wenn ja, welche?
Für den Sonnenschutz in der Stillzeit sollten an erster Stelle der Schatten und geeignete Kleidung stehen. Für exponierte Hautstellen sind die erste Wahl bei Sonnenschutzmitteln mineralische UV-Filter, welche nur bei Bedarf angewendet werden.
Ein neues Merkblatt mit Empfehlungen zum Sonnenschutz für stillende Mütter gibt Auskunft.

Zum Artikel der Stillförderung Schweiz

Stillberatung und Stillförderung: eine Übersicht

Artikel aus dem "Fachjournal für Stillen und Laktation"
Autorin: Denise Both, IBCLC

Stillberatung_und_Stillfrderung_Fachjournal_fr_Stillen_und_Laktation_2016-3.pdf

Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit

Folgende Informationen haben wir für Sie auf der Seite des Bundesamtes für Gesundheit gefunden.

MuKi_de.pdf

Faktenblatt zu Bisphenol in Schoppenflaschen
Gesunde Ernährung beginnt in Schwangerschaft und Stillzeit

Schon während Schwangerschaft und Stillzeit können Sie zu einer gesunden Gewichtsentwicklung Ihres Kindes beitragen und einen Grundstein zu seinem späteren Ernährungsverhalten legen.

Erfahren Sie mehr über das Projekt "Kinder im Gleichgewicht".

 

Informationen zu öffentlichen Stillmöglichkeiten in Zürich
Schnuller und der plötzliche Kindstod

Saughilfe (Nuggi, Schnuller):
Anwendung – wenn überhaupt – erst ab dem zweiten Lebensmonat

(Prof. Dr. med. Renate Huch, Vorsitzende der Fachkommission der Schweizerischen Stiftung zur Förderung des Stillens, Prof. Dr. med. Kurt Baerlocher, Vorsitzender der UNICEF-Prüfungskommission)

Langfristiges Stillen hat erwiesenermassen sehr positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Kind und Mutter. Eine Weichenstellung zum erfolgreichen Stillen bieten die mit dem Label „stillfreundliche Klinik“ ausgezeichneten Geburtsabteilungen und Geburtshäuser, welche die von WHO und UNICEF definierten „10 Schritte zum erfolgreichen Stillen“ umsetzen. Punkt 9 dieser 10 Schritte empfiehlt die Vermeidung von Gummisaugern oder Schnullern („Nuggis“), um die physiologische Technik des kindlichen Saugens an der Brust nicht zu stören.

Eine kürzlich publizierte Meta-Analyse der bisher durchgeführten Studien zum Thema plötzlichen Kindstod („sudden infant death syndrome“, SIDS) ergibt aber nun, dass der Nuggi während der Schlafenszeit einen Schutzfaktor darstellt und die ohnehin stark gesunkene Inzidenz von SIDS noch weiter reduzieren kann.

Was jetzt? Was ist besser und sicherer für den Säugling, Nuggi oder kein Nuggi?

Wenn ein Nuggi bereits in den ersten Lebenstagen eingesetzt wird, kann dies das Erlernen des richtigen Saugens an der Brust und damit auch ein langfristiges Stillen negativ beeinflussen. Nach einem Monat kann ein Säugling jedoch in der Regel gut zwischen einem trinkenden Saugen an der Brust und einem beruhigenden Saugen mit dem Schnuller unterscheiden.

Der plötzliche Kindstod tritt am häufigsten im 2. bis 6. Lebensmonat ein, also in einer Phase, in der das Trinken an der Brust bereits gut eingespielt sein sollte. Der Einsatz des Nuggis im 2. Lebensmonat ist deshalb ohne negativen Einfluss auf das Stillen möglich. Dies entspricht auch den Empfehlungen der amerikanischen Autoren für gestillte Kinder. Die Schweizerische Stiftung zur Förderung des Stillens schliesst sich diesen Empfehlungen an. Für die Umsetzung der 10 Schritte zum erfolgreichen Stillen und für die Auszeichnung zur stillfreundlichen Klinik bedeutet der Einsatz des Nuggis ab dem 2. Lebensmonat keine Änderung der bisherigen Praxis in den Geburtskliniken, da nach wie vor die Anleitung zum langfristigen Stillen mit all seinen Vorteilen unser Ziel sein muss.

Stellungsnahme von Dr. Urs Zimmermann zum Thema Co-Sleeping

Die Empfehlung in den neuen, ursprünglich ja Amerikanischen Guidelines, Kinder nicht im Elternbett schlafen zulassen, ist - im Gegensatz zu den andern Empfehlungen - relativ schlecht begründet und unter Experten keineswegs unumstritten. Es gibt dazu gute Kommentare in der Ausgabe 4/05 der Zeitschrift "Laktation und Stillen", welche ich weitgehend unterstützen kann und deswegen hier nicht nochmals wiederhole. Ich denke es wurde in den Richtlinien die generelle Ablehnung des "Co-Sleeping" gewählt, weil es recht aufwändig ist, die Sache differenziert anzusehen und eine individuelle Empfehlung für jedes Elternpaar einzeln zu geben.

Aus meiner Sicht gilt es Folgendes unbedingt zu beachten:

Co-Sleeping erhöht das Risiko eines plötzlichen Kindstodes drastisch und ist deshalb strikte nicht zu empfehlen wenn

  • Die Mutter raucht
  • Die Mutter Alkohol oder Drogen einnimmt bzw. eingenommen hat
  • Die Mutter stark übermüdet ist

Gerade der letzte Punkt ist schwierig zu beurteilen. Einerseits gibt es ja kaum Eltern, welche in dieser Zeit nicht ab und an übermüdet sind.
Andererseits ist ein konsequentes Co-Sleeping von Geburt weg eine gute Möglichkeit, dieser Übermüdung etwas vorzubeugen.

Für ein Co-Sleeping braucht es eine sichere Schlafumgebung:

  • Die Matratze muss hart sein, so dass das Kind nicht in eine Mulde rutscht
  • Das Kind darf nicht aus dem Bett fallen
  • Das Kind darf nicht in einen Spalt (z.B. zwischen 2 Matratzen) rutschen
  • Das Kind sollte nicht zwischen zwei Partner liegen

Der letzte Punkt ist wiederum etwas komplex. Zum einen muss die Überwärmung und auch das Überliegen (Erdrücken) des Kindes vermieden werden. Ferner gibt es sehr gute Studien die zeigen, dass Mutter und Kind ihre Schlafstadien gegenseitig anpassen wenn Sie nahe beieinander schlafen. Das ist für mich eines der Hauptargumente, warum das Co-Sleeping grundsätzlich sicher ist. (Unter Alkohol, Drogen oder bei Übermüdung funktioniert das nicht mehr (siehe oben)! Leider ist nicht studiert, was mit den Schlafstadien des Vaters passiert, wenn er zusätzlich im selben Bett schläft. Aus Erfahrung wissen wir aber, dass der Vater (oder grundsätzlich derjenige Partner, der in der Nacht die Verantwortung für das Kind nicht primär übernimmt) häufig gar nicht mitbekommt, was zwischen Mutter und Kind passiert (Vater merkt nicht, wenn die Mutter das Kind im Bett stillt etc.) Das ist an sich sehr gut, weil es zeigt, dass das Co-Sleeping den Partner nicht stört. Andererseits ist damit nicht garantiert, dass der Vater (oder eben der andere Partner) merkt, wenn mit dem Kind etwas nicht stimmt, z.B. wenn er es überrollt, oder wenn es zu warm hat). Deshalb sollte das Kind eben nicht zwischen den Partnern liegen.

Das "Co-Sleeping" auf dem Sofa (Mittagsschlaf; nach dem Stillen auf dem Sofa, etc.) ist sehr gefährlich. Hier ist nicht nur klar das Risiko für einen plötzlichen Kindstod erhöht, sondern auch für diverse Unfälle, v.a. Stürze. Vom gemeinsamen Schlafen auf dem Sofa sollte den Eltern dringend aktiv abgeraten werden. Das geht natürlich um so besser, wenn eine sichere Alternative im Sinn eines "Co-Sleeping, sicheren" Elternbett, besteht (siehe oben).

Wenn all dies beachtet wird, ist zumindest kein Nachteil bzgl. SIDS Risiko dokumentiert (ob das Risiko allenfalls unter diesen Umständen gar erniedrigt ist, ist natürlich auch nicht nachgewiesen). Es darf meines Erachtens unter diesen Voraussetzungen aber empfohlen werden.

Ich persönlich würde empfehlen, die oben genannten Bedingungen und die von Frau Hug geschilderten Vorteile des Co-Sleepings durch den Einsatz eines Baby - Balkons zu erreichen. Diese gibt es für Spitalbetten ja kommerziell zu erwerben (Ich nehme an, die sind bekannt, sonst kann ich gerne Bildmaterial und Bezugsquelle senden). Für zu Hause muss dann meistens eine kreative und v.a. sichere Lösung gesucht werden (was meist den Einsatz von Sägen, Schraubzwingen etc. erfordert...).

Ich hoffe diese Einschätzungen sind für das erste hilfreich. Gerne bin ich auch für weitere Auskünfte bereit, dann vielleicht besser persönlich bzw. am Telefon.

Grundsätzlich würde ich dringend empfehlen, das Ganze auch mit dem lokal verantwortlichen Pädiater zu besprechen. Es braucht in dieser Sache unbedingt eine gemeinsame Haltung gegenüber den Eltern. Ich weiss, dass die SIDS Gruppe Bern das Risiko des Co-Sleepings etwas anders beurteilt als ich. Der für den Lindenhof in Bern zuständige Kinderarzt (Dr. Travaglini) ist aber sicher ein sehr guter Ansprechpartner auch für diese Frage.

Urs Zimmermann

Stillen und Karies

Karies bei Kindern:
Stellungsnahme zur Aussage, dass längeres Stillen Karies verursachen kann

Solange Babys ausschließlich gestillt werden, besteht keine Gefahr Karies zu entwickeln. Ab dem Zeitpunkt ab dem es zusätzlich zuckerhaltige Getränke und Lebensmittel erhält kann Karies entstehen, denn ab diesem Zeitpunkt erhält das Bakterium Streptokokkus mutens einen Nährboden und kann aggressive Säuren bilden und den Zahnschmelz zerstören. Streptokokkus mutens lässt sich in den meisten Mundhöhlen der Erwachsenen nachweisen. Übertragen wird dieser auf die Mundhöhle des Kindes durch Ablecken von Schnuller, Flaschensauger, Löffel durch die Betreuungsperson. Zahnärzte empfehlen einen Speicheltest bei der Mutter und eine Behandlung bei nachgewiesenem Befall mit Kariesbakterien.

Muttermilch schützt vor Karies

Muttermilch enthält zwar einen hohen Anteil an Kohlehydraten. Der Kohlehydratanteil der Muttermilch besteht zu 95% aus Laktose, einem Zweifachzucker, der im Dünndarm gespalten wird in Glucose und Galaktose, sowie zu 5% aus Oligosachariden, bei denen inzwischen über 100 verschiedene Verbindungen nachgewiesen wurden.

Kariesbakterien sind nicht in der Lage die Laktose als Energiequelle zu nutzen. Sie bevorzugen einfache Zucker wie Glucose und Fructose. (Rugg-Gum et al. 1985)

Muttermilch ist eine „lebende Substanz“. Sie enthält zum Beispiel lebende Zellen, die Bakterien bekämpfen, Enzyme wie das Laktoferrin, das Bakterien bindet sowie Immunglobuline, die ein schädliches Bakterienwachstum nicht zulassen.

Für die Entstehung von Karies ist ein Bakterium verantwortlich, das sogenannte Streptokokkus mutens. Gelangt dieses Bakterium in die Mundhöhle des Kindes wird es aktiv durch das Laktoferrin, IgA und IgG der Muttermilch vernichtet und kann sich nicht ausbreiten. (Mandel I.: 1996). Muttermilch trägt also dazu bei, dass die Kariesbakterien aktiv bekämpft werden und keinen Nährboden zur Ausbreitung finden. Der ph-Wert der Muttermilch verursacht keine Veränderungen am Zahnschmelz. (Pamela Erikson, 1999)

Korrektes Saugen an der Brust verhindert das Umspülen der Zähne mit Muttermilch

Wenn das Baby die Brust korrekt erfasst und aus Brustwarze und einem Mundvoll Brust einen natürlichen Sauger bildet ist während dem aktiven Saugen die Mundhöhle abgedichtet, die Muttermilch gelangt direkt in den Rachen. Süße Muttermilch kann die Zähne nur umspülen, wenn das Kind nuckelt und die Brust nicht mehr korrekt erfasst hat. Von daher sollten Mütter darauf achten, dass das Baby aktiv saugt und dann die Brust loslässt und nicht weiternuckelt. Solange die Zähne nur mit dem Zucker der Muttermilch konfrontiert werden besteht auch hier keine Gefahr, dass Karies entstehen kann. Häufiges Stillen tagsüber und häufiges nächtliches Stillen nach Bedarf steigert die Karieshäufigkeit nicht. (Weerheijm KL, 1998).

Wie entsteht Karies?

Ab dem Zeitpunkt des Zahndurchbruchs können die typischen Kariesbakterien (Streptokokkus mutans) sich in der Mundhöhle des Kindes einnisten. Bakterien produzieren dann Säure, wenn sie Nahrung finden. Dann greifen sie mit der produzierten Säure die Zähne an und zerstören den Zahnschmelz.

Hauptursachen für die Kariesentstehung

Zucker:
Einfachzucker (Monosacharide) wie zum Beispiel Glucose, Fructose sowie Zweifachzucker zum Beispiel die Saccharose werden als Süßungsmittel verwendet. Diese Zucker nähren und fördern das Wachstum der Streptokokki mutans, die für die Kariesentstehung verantwortlich sind. Ein häufiger Genuss von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln unterstützt das Bakterienwachstum.

Besiedlung der kindlichen Mundhöhle durch Kariesbakterien:
Übertragen werden diese durch den Kontakt mit dem Speichel der Betreuungsperson zum Beispiel durch das Ablecken von Sauger, Schnuller und Löffel bei der Nahrungsgabe. Nicht sanierte Zähne der Betreuungsperson unterstützen die Übertragung der Kariesbakterien, nach dem Motto „je mehr vorhanden sind, desto mehr können übertragen werden“.

Verminderter Speichelfluss:
Ein guter Speichelfluss verhindert Bakterienwachstum. Ein verminderter Speichelfluss zum Beispiel während der Nacht, sowie eine Mundtrockenheit aufgrund der Mundatmung und mangelndes Kauen unterstützen die Ansammlung der Kariesbakterien.

Vorhandene Schmelzdefekte an den Zähnen:
Diese können schon beim heranwachsenden Baby in der Schwangerschaft angelegt werden. Eine Mangelernährung der Mutter, eine fieberhafte Erkrankung, sowie eine Antibiotikabehandlung in der Schwangerschaft oder genetisch bedingte Schmelzdefekte könne hierfür die Ursache sein.

Schlechte Mundhygiene
Ab dem Durchbruch des ersten Zahnes sollten die Zähne mit einer fluorhaltigen Zahnpasta nach dem Essen geputzt werden. Defekte Zähne sollten nach dem Entdecken baldmöglichst saniert werden.

Schlechte Essgewohnheiten
Der häufige Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken nährt die Kariesbakterien und unterstützt die Entstehung von Karies. Milchprodukte hingegen schützen die Zähne vor Karies. Milch enthält viel Phosphor und Kalzium und trägt zu einer Remineralisierung des Zahnschmelzes bei. Käse zum Beispiel hebt den ph-Wert im Mund an und verhindert damit eine Demineralisierung der Zähne. (Denise Both, 3/2003).

Dauernuckeln zum Beispiel an Milch- und Saftflaschen führt dazu, dass die Zähne sehr lange mit zuckerhaltigen Nahrungsmitteln konfrontiert werden. Dies führt zu einer Begünstigung der Kariesentstehung.

Prävention von Karies bei Säuglingen und Kleinkindern

  • Ausschließliches Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten und Teilstillen so lange Mutter und Kind es wünschen.
  • Schnuller, Sauger nicht ablecken, sondern mit Wasser abspülen. Bei der Gabe von Beikost sollte die Betreuungsperson den Löffel nicht ablecken.
  • Bei der Beikosteinführung auf den Zuckergehalt achten und ein zu viel vermeiden.
  • Ungesüßte Getränke anbieten.
  • Dem Kind nicht mehrmals täglich Süßigkeiten anbieten.
  • Zähne nach dem Essen mit fluorhaltiger Zahncreme putzen.
  • Dauernuckeln an Flaschen vermeiden, die mit Milch, gesüßten Getränken oder Fruchtsäften gefüllt sind.

Verwendete Literatur:

Arnold R. et al: A bactericide effect for human Laktoferrin. Science July 15, 1977.
Both D.: Stillen und Zahngesundheit. Laktation und Stillen 3/2003
Erikson P: Investigation of the role of human milk in caries development. Ped. Dentistry 1999.
Mandel I.: Caries Prevention: Current Strategies, New Directions. JADA, Vol. 127, 1996 1477-88
Rugg-Gum et al: Effect of human milk on plaque ph in situ and enamel dissolution in vitro compared with bovin milk, lactose and sucrose. Caries Res. 1985.
Pamela Erikson: Investigation of the role of human milk in caries development. Ped. Dentistry 1999.
Weerheijm KL: Prolonged breastfeeding and nursing Caries. Caries Res.1998.



Brigitte Benkert (IBCLC), Pressestelle BSS, Dezember 2005.

Stillen und Karies - Zusammengestellt von Angelika Thöni, IBCLC

Kariesvermeidung im Kleinkindalter

 

Hinweise für Mütter von gestillten Kindern

Immer wieder wird in den Medien das Stillen über den Durchbruch der ersten Milchzähne hinaus als mögliche Ursache von Karies im Kleinkindalter genannt.

Aufgrund wissenschaftlicher Studien lässt sich jedoch sagen, dass das Langzeit-Stillen allein keine Kariesgefährdung darstellt. Einzig das Dauernuckeln des eingeschlafenen Kindes an der Brust wird von einigen Autoren als erhöhtes Risiko genannt.

Es wäre unsinnig, das Stillen eines Kindes nach dem Durchbruch der Milchzähne wegen der ungewissen Möglichkeit eines „Lochs im Zahn“ zu verbieten. Durch die nachfolgend genannten Massnahmen lässt sich Karies im Kleinkindalter weitestgehend vermeiden.

In den ersten Monaten:

  • Bis zum Durchbruch der ersten oberen Milch-Frontzähne ist das Stillen unproblematisch.
  • Keine Löffel und Sauger, die für das Kind bestimmt sind, in den Mund nehmen. Auf diesem Weg können Kariesbakterien in den Mund des Kindes gelangen und sich dort ansiedeln.

Beim Durchbruch der ersten Milchzähne:

  • Das Kind kann weiter gestillt werden.
  • Auf Nachsüssen der Beikost verzichten und auf zuckerarme Ernährung achten.
  • Nur ungesüsste Getränke anbieten.
  • Das Kind sollte nicht über längere Zeiträume an der Brust schlafend nuckeln. (Bei nächtlichen Mahlzeiten einen Wecker stellen)
  • Die Zähne des Kindes ab dem Durchbruch nach dem Essen oder Stillen mit einem Gazetupfer und Wasser abwischen. Später kann das Kind an das Zähneputzen mit einer weichen Kinderzahnbürste und niedrig fluoridierter Kinderzahnpasta gewöhnt werden.
  • Über weitere Möglichkeiten der Fluoridierung mit dem Zahnarzt reden (es gibt regionale Unterschiede)
  • Wenn überhaupt, dann nur zahnschonende Süssigkeiten geben (Zahnmännchensignet mit Schirm)

Verwendete Literatur:
Iida H; Auinger P; Billings RJ; Weitzman M:Association between infant breastfeeding and early childhood caries in the United States. Pediatrics; 200710;120(4);e944-52/

Kramer MS et al: The effect of prolonged and exclusive breast-feeding on dental caries in early school-age children. New evidence from a large randomized trial. Caries research; 2007;:41(6);484-8

Van Palenstein Helderman WH et al: Risk factors of early childhood caries in a Southeast Asian population. Journal of dental research; VOL:85(+);p85-8/2006

Yonezu T, et al: Characteristics of breast-fed children with nursing caries. Bull Tokyo Dent Coll. 2006Nov;47(4):161-5

Zum Thema Langzeitstillen

Ist es so schlimm älteren Kindern die Brust zu geben? Lesen Sie mehr dazu im Artikel von Herbert Renz-Polster.

Langzeitstillen

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